Xinnovations 2012

10.09.2012 - 12.09.2012

Suchmaschinen finden fast alles und trotzdem nicht immer das Richtige

Das Thema "Suche" beschäftigte die Menschheit schon immer. Während die Suche nach dem Heiligen Gral zur zeitlosen Legende wurde, vermuten wir heutzutage, alles sofort finden zu können - vor allem dank Suchmaschinen.

Eine Welt ohne Suchmaschinen, Metasuchmaschinen und Portale ist nicht mehr denkbar. Wahrscheinlich sind bereits über 1 Milliarde Web-Dokumente im Netz abgelegt. Täglich kommen weltweit mehrere tausend Seiten hinzu. Der Nutzen von Suchmaschinen kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Allerdings sind auch von den besten Suchmaschinen nicht alle Webangebote erfasst und die Suchanfragen werden von Suchmaschinen auch nicht immer verstanden. Das ist beispielsweise der Fall, wenn bei der Suchabfrage ein Wort eingegeben wurde, das mehrere Bedeutungen hat oder synonym zu einem anderen ist. Entweder werden irrelevante oder zu wenige Ergebnisse geliefert, weil die Bedeutung von Wörtern aus ihrem Kontext heraus zu erkennen und Beziehungen zwischen ihnen herzustellen, für Menschen nahezu mühelos möglich, aber für Computer bislang nicht. Dass diese Probleme durch den Einsatz semantischer Technologien gelöst werden können, wird im Forum Technologie im Rahmen der Xinnovations 2012 von der Arbeitsgruppe Corporate Semantic Web (AG CSW) und weiteren Referenten thematisiert und demonstriert.

Die AG CSW wurde im Rahmen des Förderprogramms InnoProfile - Unternehmen Region vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert, um in Zusammenarbeit mit Berliner und Brandenburger Unternehmen zu untersuchen, inwiefern sich semantischen Technologien in unternehmerischen Anwendungsszenarien einsetzen lassen. Aus dieser Zusammenarbeit sind Ideen und Demonstratoren für die semantische Suche entstanden, z.B. in chemischen Daten und in Museumsportalen. Darüber hinaus wurden Verfahren für das Erstellen und Verwalten von semantischen Daten erforscht.

Den Auftakt des Forums, das von der AG CSW federführend vorbereitet wurden, bilden zwei Keynotes: Prof. Adrian Paschke, Freie Universität Berlin, gibt einen Überblick über die untersuchten Anwendungsszenarien und die während der Projektlaufzeit entwickelten Demonstratoren. Im Anschluss daran erläutert Andreas Blumauer, Semantic Web Company GmbH, wie die Infrastruktur für eine Wissensgesellschaft bildet und wie die bereits heute verfügbaren semantischem Daten (Linked Data) für neue Geschäftsmodelle genutzt werden können. Prof. Robert Tolksdorf, Freie Universität Berlin, wirft einen Blick in die nahe Zukunft und informiert über neu entstehende Initiativen, die semantische Technologien mit Multimedia verknüpfen werden.

Die weiteren Themen des Forums Technologie sind semantische Annotationen, Semantik-basierte Empfehlungen sowie Semantic Web und Verwertung. Die erste Session gibt einen Einblick in mögliche Verständnisprobleme bei Mitarbeitern, wenn Unternehmen Werkzeuge zum manuellen Erstellen von semantischen Annotationen einsetzen. Weiterhin wird berichet, welche Qualität die von Content Management Systemen automatisch erstellten Annotationen haben.

Die Vorträge der zweiten Session geben Unternehmen einen Einblick, wie sie Hintergrundwissen einsetzen wollen, um in Multimedia- und Document Management Systemen Empfehlungen für ähnliche und verwandte Inhalte zu geben. Beispielsweise können einzelne Objekte in Videos annotiert und mit weiteren Informationen aus dem Hintergrundwissen verknüpft werden oder Dokumente und Multimedia-Objekte automatisch kategorisiert und verglichen werden.

Semantische Technologien haben inzwischen Einzug in kommerzielle Produkte gehalten. In der dritten Session berichten Unternehmen über ihre Erfahrungen mit der Vermarktung von auf semantischen Technologien aufbauenden Produkten in den unterschiedlichsten Anwendungsgebieten: Vernetzte Daten für Digitale Städte, semantische Suche auf großen Datenbeständen und Sprachtechnologien zum Überwinden von globalen Kommunikationsbarrieren.

Den Abschluss des Forums Technologie bildet der Vortrag von Dr. Małgorzata Mochól der ]init[ AG im 15. Berlin Semantic Web Meetup. Das Thema ihres Vortrags ist die unternehmerische Sicht auf Open Government Daten und wie Unternehmen diese für sich selbst verwerten können.
(Quelle: www.xinnovations.de)

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